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Montag, den 18. Juli 2011 um 15:00 Uhr

Vorsicht - Sommerzeit ist Grannenzeit

Hundebesitzer müssen jetzt ganz besonders auf ihre Lieblinge aufpassen.
Besonders die langhaarigen und die schlappohrigen Hunde sind in der Spätsommerzeit gefährdet, beim Spaziergang eine Granne „aufzugabeln“. Aber auch kurzhaarige Hunde können sich Grannen einfangen.
Der Blütenstand der wild auf sehr trockenen Stellen, besonders an Wegrändern und Baumscheiben wachsenden Mäusegerste ist deshalb so gefährlich, weil die langen, rauen Ähren (Grannen) bei Berührung sehr leicht abbrechen und sich am Fell stöbernder Hunde anheften können. Die mit feinen Widerhaken bewehrten Grannenfäden verhindern ein Abschütteln und lenken die stacheligen Grannenspitzen, wie kleine Pfeile, tiefer ins Fell der Tiere hinein.
Auf diese Weise können die Ähren oder Ährenteile in Ohren (Foto), Augen, Nasenlöcher oder in die Haut (vor allem im Zwischenzehenbereich) eines Hundes vordringen. Hier bohren sich die Grannen in die Haut und beginnen zu wandern.

Hundebesitzer sollten vor allem auf folgende Beschwerden achten:

  • Akut/plötzlich auftretend:
    - ständigem Kopfschütteln oder Kopfschiefhaltung
    - einseitiger Lidbindehautschwellung mit starkem Tränenfluss
    - heftigem Niesen oder
  • nach einiger Zeit auftretend, wenn der Körper versucht, den eingedrungenen Fremdkörper wieder loszuwerden:
    - eitrigen Entzündungen ggf. mit Abszessbildung   (vor allem im Zwischenzehenbereich),
    - einseitigem Nasenausfluss.

Während Grannen im Ohr, am Auge und in der Nase i.d.R. gut zu entdecken und damit auch schnell zu entfernen sind, stellen sie im Zwischenzehenbereich für Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt nicht selten ein größeres Problem dar. Hier kann es sein, dass die Hunde sporadisch beginnen zu humpeln, die Pfote wird dick oder der Hund versucht durch heftiges Beißen in die Pfote, den Fremdkörper herauszubeißen. Es ist durchaus möglich, dass man an der Pfote eine Eintrittsstelle findet, der Fremdkörper ist aber schon weitergewandert und man muss hier an 2 Stellen helfen (Eintirttsstelle und Suche nach dem Fremdkörper durch Fühlen, ggf. ist eine Schwellung erkennbar).

Vielfach kann zunächst nur die Reifung des Abszesses durch eine Behandlung mit Zugsalbenverbänden beschleunigt werden. Platzt der Abszess schließlich auf, gelingt es leichter, die Grannenteile zu finden.
Da Grannenfremdkörper für Ihr Tier immer hochgradig schmerzhaft sind, sollten Sie, wenn entsprechende Symptome auftreten, schnellstens Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt aufsuchen.

Um Ihr Tier vor Grannen so gut wie möglich zu schützen, empfehlen wir Ihnen folgende Prophylaxemaßnahmen:

Am besten ist es, wenn man Gefahrengebiete meidet, d.h. wenn man auf den Spaziergang in den Feldern mit Getreide u.ä.  Gräsern, vermeidet und zum Beispiel lieber mal im Wald spazieren geht Während der Sommermonate sollten vor allem die Haare im Zwischenzehenbereich langhaariger Hunde kurz geschnitten werden um die Kontrolle nach jedem Spaziergang zu erleichtern.
Alternativ empfiehlt sich das Befeuchten der Pfoten zur besseren Übersicht. Haare auf den Innenseiten von Schlappohren sollten geschoren werden. Vor allem bei mittelgroßen schlappohrigen Rassen, wie z.B. Cocker etc., können für die Dauer der Spaziergänge die Ohren mit Haargummis verschlossen und geschützt werden. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Stück Bein aus einer alten Nylonstrumpfhose herauszuschneiden und dem Hund über den Kopf zu stülpen, so dass sich nichts in die Ohren Schieben kann. Manche Hundebesitzer ziehen ihren Lieblingen auch „Hundeschuhe“ an. Wenn der Hund damit keine Probleme hat, ist das sicher eine gute vorbeugende Maßnahme gegen Grannen in den Ballenzwischenräumen.

Nach jedem Spaziergang sollte der Hund nach Grannen abgesucht werden, man kann den Hund auch kämmen, hier bleiben die Grannen dann im Kamm/ der Bürste hängen.


 

 
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